Ursprünglich wollte ich im Buch auch noch einen Abschnitt über Haustiere bzw. Hunde mit ADHS ergänzen. Aber jetzt bei der Fertigstellung des Buches denke ich, das passt thematisch nirgendwo richtig rein, also habe ich es im Buch wieder entfernt und werde es jetzt einfach hier einstellen:
Es gibt Diskussionen darüber, ob Tiere eine Form von ADHS haben können. In Studien zeigte sich bei Ratten eine Ähnlichkeiten zur Hyperaktivität. Auch einige Hundebesitzer haben oftmals den Eindruck, ihr Tier sei unaufmerksam und hyperaktiv. Als mögliche Kriterien für ADHS bei Hunden ließe sich verweisen auf eine erhöhte Herzfrequenz, übermäßige Speichelproduktion sowie eine erhöhte Aktivität, die für die Rasse und das Alter untypisch ist.
Eine eindeutige Diagnose ist natürlich nur schwer zu erzielen, aber es gibt genug Hundebesitzer (und ich gehöre dazu), die bei ihrem Tier beobachten, dass sehr reizoffen und dadurch leicht abgelenkt ist. Ist es rassetypisch lebhaft oder nicht doch lebhafter als für diese Rasse üblich? Schwer zu sagen. Glücklicherweise gehört unser Rüde nicht zu denen, die übermäßig viel bellen oder aggressiv sind. Aber der Grad der Ablenkung ist bei ihm so hoch, dass es mir nach der Welpenschule zu blöd geworden ist, dem Hund mehr beibringen zu wollen als „halt“, „sitz!“ oder „bleib!“.
Ich beneide die Menschen, deren Hund ständig auf sie und ihre Signale achtet. Mein Hund schaut zwar zunächst zu mir und dann hört oder sieht er etwas und schaut sofort woanders hin, um zu sehen, was es dort gibt und ob das nicht wichtiger oder interessanter sein könnte als so ein Hundetraining. Irgendwann nach der Welpenschule habe ich es dann aufgegeben. Ich werde nie einen superaufmerksamen und supergut trainierten Hund haben. Aber natürlich ist mir der Hund trotzdem ans Herz gewachsen und daher nehme ich ihn, wie er ist: superlieb, aber auch superabgelenkt.

