ADHS und Neurofeedback

ADHS und Neurofeedback

Wie im Buch beschrieben haben sowohl mein Kind als auch ich die gängigen ADHS-Medikamente nicht unbedingt gut vertragen. Meine Tochter hat jetzt nach einigen Irrwegen ein Präparat, das sie an wichtigen Tagen in der Schule (Hausaufgabenüberprüfung oder Klassenarbeiten) nehmen kann. Ich nehme etwas, das mir etwas hilft, aber nur etwas, denn ich verzettele mich trotzdem noch. In einer höheren Dosierung wirkt es aber gegenteilig, da tut es mir nicht mehr gut (Pulsfrequenz geht nach oben, Mundtrockenheit, alles fühlt sich seltsam an).

Also haben wir letztes Jahr mit Neurofeedback angefangen. Und: diese Therapie scheint zu helfen. Für meine Tochter habe ich die Rückmeldung bekommen, dass ihre Hirnwelle für die Konzentration inzwischen deutlich besser geworden ist. Abgesehen von den objektiven Messungen habe ich auch subjektiv den Eindruck, dass sie langsam ein wenig besser organisiert ist. Naja gut, neulich hat sie einen Termin vergessen, aber was ist schon ein einzelner Termin ;-)))? Aber immerhin scheint sie besser organisiert, was Hausaufgaben und anderen Schulkram angeht. Und neulich gab es mal eine richtig gute Note. Hier scheinen wir jetzt wirklich auf einem guten Weg zu sein.

Bei mir selbst scheint es auch besser zu werden. Meine Gehirnwellen waren am Anfang der Therapie ja völlig im Eimer. Die Anspannung (Hi-Beta heißt das wohl) sollte in der entspannten Umgebung ja unten sein, die war aber weit oben, das war wohl eine Folge von jahrelanger Daueranspannung. Im Gegensatz dazu war die Gehirnwelle für die Konzentration, die eigentlich möglichst weit oben sein sollte, komplett im Keller. Und so blieb es bei vielen Sitzungen. Auf dem Ergotherapie-Rezept sind immer 10 Termine, ich habe jetzt das dritte Rezept und brauche bald das vierte. Aber immerhin: auch bei mir tut sich etwas! Da die Konzentration jetzt zumindest phasenweise besser geworden ist, haben wir heute eine neue Übung gemacht: auf dem Bildschirm ist entweder eine geschlossene Blüte zu sehen oder eine dunkle Glühbirne oder ein dunkler Horizont. Dann soll man entspannt und konzentriert dasitzen. Wenn das Konzentrations-Niveau hoch genug ist, öffnet sich die Blüte langsam oder der Horizont wird heller und die Sonne geht auf oder die Glühbirne wird heller. Und wenn das Konzentrations-Niveau richtig gut ist, dann öffnet sich die Blüte ganz oder die Sonne wird immer heller und steigt bis weit oben an den Himmel oder die Glühbirne leuchtet richtig hell auf. Einmal habe ich es geschafft, da war ich richtig glücklich.

Kurz und gut: meine Neurofeedback-Therapie ist noch nicht zu Ende, ich werde sicherlich noch einige Sitzungen brauchen, aber ich merke, dass es mir besser hilft als Medikamente und weil es vielleicht noch mehr Menschen mit ADHS gibt, denen es ähnlich geht, möchte ich gern versuchen, eine Liste von Praxen (Ergotherapie oder Psychotherapie oder andere Fachrichtung), die Neurofeedback anbieten. Damit das möglichst übersichtlich ist, wird das in einem separaten Artikel zu finden sein …

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